Begegnung mit Pater Felix Geyer
Begegnung mit dem Bewegungsleiter P. Felix Geyer im Schönstattzentrum Marienpfalz
Für Sonntag, den 22. März 2026 hatte P. Felix Geyer, Bewegungsleiter der deutschen Schönstattbewegung, die Einladung angenommen, um den Verantwortlichen unserer Schönstattgemeinschaften der Diözese Speyer und den Lebensträgern, ca. 35 Personen, in der Marienpfalz zu begegnen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Um 14 Uhr begannen wir im Diözesanheiligtum mit einem Gebet von Sr. Charissa, der Hausleiterin. Dankbar blickten wir auf 58 Jahre Heiligtum der Freude und das gewachsene Leben aus dem Liebesbündnis. Darauf wies auch Diözesanpräses Pfarrer Michael Hergl in der Begrüßung, in der er Worte unseres Gründers zur Grundsteinlegung und Einweihung zitierte. P. Felix hielt uns ein Impulsreferat, das er überschrieb mit „Unsichere Zeiten – Gegenwartskompetenz“. Er nannte Akzente und Herausforderungen, die bei der deutschen Schönstattkonferenz Anfang März Thema wurden: Generationen-, Gebäude- und globale Fragen. Bei der 2. Konferenz dieser Art gehörten schon ¼ der Teilnehmenden zur jüngeren Generation. Jugendliche haben heute andere Formate und Begegnungsformen. Bei den Gebäuden kommen wir in Schönstatt und in vielen diözesanen Zentren an die Grenzen. Für was und wen werden sie erhalten und renoviert? Von welchem Geist leben sie? Global gesehen geht es in Zeiten der Unsicherheit und Überforderung um Zukunftsfähigkeit von echter Diplomatie und Synodalität. In Schönstatt ist ein neuer Aufbruchsgeist erlebbar, was auch außerhalb wahrgenommen wird. Es gibt drei mögliche Reaktionen auf die Krisen: Nostalgie, weil früher angeblich alles besser gewesen sei, Moralisierung, d.h. man sucht den Schuldigen und entfernt ihn, damit es gut wird oder Personalisierung als Abschieben der Verantwortung auf eine einzelne Person, die es machen soll. Als Schönstätter bearbeiten wir das anders: In der Schönstattgeschichte entstanden folgende, von P. Felix herausgearbeitete, Grundvollzüge des Liebesbündnisses, die als „Glaubenssätze“ auf solchen blauen Kärtchen zusammengefasst sind, die er austeilte.

In den größten Herausforderungen entwickelte und bewährte sich schon am Anfang Schönstatts das Konzept der Selbsterziehung mit Persönlichem Ideal (PI). Trotz Fehler und menschlicher Grenzen kann ich in marianischer Grundhaltung die eigene Verletzlichkeit und die der anderen annehmen. Ich lebe das Liebesbündnis in einem tragenden Netz von Beziehungen. Die neue SchönstattApp unterstützt dieses große Netz und die Kommunikation: Verantwortung wird geteilt, alle dürfen in unterschiedlicher Weise gemäß ihrem Charisma mittun. Teilen wir, was in uns lebendig ist und aus welcher Quelle wir leben, sehen wir das Gute und sagen es auch.

Und freuen wir uns über diese Chance, selbst wenn wir nicht das Ziel wissen, und wo es hingeht. Ein Gespräch mit dem Religionsphilosophen M. Enders ergab, dass er auf starke Persönlichkeiten setzt. Die Grundvollzüge sind dazu ein Erfahrungsweg. Schön stellte P. Felix immer wieder die Brücke zu unserer Heiligtumssendung her: Erzählen wir, wo der Glaube mich in der Begegnung verändert hat und mein PI, Gottes Bild von mir, freudig erkennen ließ. Ist es nicht eine Freude, dass wir wachsen können, selbst durch das Scheitern hindurch, die dadurch tiefer wird? Alles kann ein wichtiger Beitrag sein, weil Gott in meinem Leben wirkt.
Im anschließenden Austausch, den Pia Schulze mit gut vorbereiteten Fragen moderierte, erzählte P. Felix u.a. von seiner persönlichen Glaubenserfahrung, als sein Bruder mit 14 Jahren überraschend starb und die Mutter, tief verankert im Glauben, das Gedicht zitierte: „Ich glaube, dass Gott keine Fehler macht“.
Die Schönstatt-Bewegung ist glaubensstärkend, weil so viele ihre Beiträge bringen und diese Grundvollzüge in unzähligen ihm mitgeteilten Beispielen gelebt werden. Das erfüllt ihn mit großer Freude.
Über die Pfälzer, die sich in Schönstatt engagieren (wie Klaus Kröper und Stefan Gutting für den Altar des Urheiligtums und die Kapelle in der Anbetungskirche) sagte er, dass der Glaube übers Tun der Pfälzer Mentalität entspräche und Schönstatt mehr „Pfälzer Geist“ guttäte.
Er erlebt uns als lebendige Diözese mit viel Leben. Wenn wir weniger sind, sollten wir nicht nostalgisch an früher denken, sondern jetzt das Liebesbündnis leben, gute Gastgeber sein im Zentrum. Hier ist Spiritualität erlebbar als Anlaufstelle. Die Zeit und der Bedarf dafür wachsen in den aktuellen kirchlichen Umbrüchen. Für die Weichenstellung der nächsten 20-25 Jahre sei es wichtig, schlanke, einfache Strukturen zu entwickeln, damit diese von wenigen getragen werden können. Nicht zu vergessen sei das Gnadenkapital für die universale Fruchtbarkeit. Im neuen Mainzer Leitungsteam haben sie folgende Aufgabenteilung mit Unterteams entwickelt: Geistpflege / Beheimatungsdienst, Miteinander durch Beziehungs- und Lebensträgerschaft, Strukturen / Verantwortungsträgerschaft. Es ist sinnvoll, sich auch über Diözesangrenzen hinweg zu verbinden oder zu ergänzen, wie das früher in der Jugendarbeit war. Nur die Jugend selbst und die jungen Familien können Jugend und Familiengemeinschaften aufbauen.

Im Austausch wurden weitere Beispiele genannt, wo Leben spürbar ist: in der kleinen wachsenden MJF (Mädchen - junge Frauen), von der die Trägerin Feline erzählt, in den 6-7 Frauenfrühstücken jährlich, in den Motorrads- / Fahrzeugs-Segnungsgottesdienste am 1. Mai, alles mit wachsendem Zuspruch; die positiven Erfahrungen mit Besuchs- und Pilgerheiligtümern, die Offenheit für Geflüchtete, von denen schon viele, begleitet von Sr. Charissa, den katholischen Glauben entdeckten und sich taufen ließen und manches andere mehr.
P. Felix empfahl den sehr guten Vortrag über marianische Haltungen, den Frau Prof. Dr. Nassauer bei der Schönstattkonferenz hielt (abrufbar auf der Schönstatt-Homepage). Pia Schulze zitierte am Schluss Prof. J. Loffelds Buch „Wenn nichts fehlt, wo Gott fehlt“ und dessen Schlussfolgerung: Selbst, wenn viele meinen, es brauche keine Kirche mehr in einer säkularen Gesellschaft, sollte Kirche den Himmel offenhalten, indem sie die Grundaufträge erfüllt: Gott zu loben und die Leute damit hineinzunehmen, den Glauben weiterzugeben und im Miteinanderdienst, in Gemeinschaft im Alltag zu leben.
Zum Schluss feierte P. Felix die Sonntagsmesse der Marienpfalz um 17.30 Uhr, in der er die Grundvollzüge wiederum verknüpfte mit dem Evangelium der Auferweckung des Lazarus, als Weckung und Ermutigung zum Leben mit Gott.
Alle waren ermutigt durch diese wertvolle Begegnung. Schriftliche Resonanzen danach:
"Der Nachmittag mit Pater Felix war sehr gut. Ich habe den Eindruck, er kann Schönstatt gut einen Schritt in die Zukunft führen."
Und P. Felix, der so ansprechend die „Grundvollzüge des Liebesbündnisses“ mit unserer Sendung verknüpft hatte, schrieb: „danke, der Besuch am Heiligtum der Freude war auch für mich ein großer Segen: einige Seitengespräche und vor allem die Verbindung der Grundvollzüge und der Freude sind Frucht dieser Begegnung. Liebesbündnis macht wirklich Freude."


