Frauenfrühstück 22.04.2026

Veröffentlicht am 27.04.2026
Autor/-in: Rita Voss

Referentin: Monika Kreiner; Pastoralreferentin und Mitarbeiterin der Frauenseelsorge im Bistum Speyer

Thema: Belastungen im Alltag reduzieren mit der Kraft des Glaubens

Beim Betreten der Kirche konnten alle Frauen ein Bibelkärtchen ziehen mit einem stärkenden Bibelspruch.

Frau Kreiner zog zu Beginn ihres Vortrags eine Verbindungslinie zum ökumenischen Weltgebetstag 2026, den Frauen aus Nigeria vorbereitet haben.

 

Es ist erwiesen, dass weltweit Frauen mehr Lasten tragen als Männer, sie haben weniger Freizeit, sie leisten mehr unbezahlte Sorge-Arbeit für Kinder oder pflegebedürfte Eltern, sie verdienen weniger Geld, sie haben weniger Grundbesitz, sie haben weniger Zugang zu Bildung (weltweit gesehen), sie werden häufiger Opfer von Gewalttaten. Das ist erst einmal nicht neu, wir wissen das im Grunde, meist ja auch am eigenen Erleben, aber es ist doch wichtig, dass wir uns hin und wieder deutlich machen: Damit wollen wir uns nicht abfinden, das wollen wir nicht als gegeben und unabwendbares Schicksal hinnehmen und das ist auch nicht die Absicht Gottes, der uns erschaffen hat, und von dem es im Anfang der Hl. Schrift heißt: Männlich und weiblich schuf er die Menschen, und es war sehr gut so.

Die Frauen wurden zunächst gebeten, in den Raum zu sagen: Welche Lasten tragen wir?  Nach einer gemeinsamen Sammlung gab es nochmals eine Zeit der Stille zur Beantwortung der Frage: Welche Lasten trage ich ganz persönlich?

Anschließend wurde gemeinsam die Bibelstelle gelesen aus Mt 11:

28Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.

29 Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen.

30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Die Teilnehmerinnen wurden gebeten, in Gruppen zu den einzelnen Versen nachzudenken.

Es stellte sich heraus, dass Jesus uns Frauen hier kein zusätzliches Joch an Belastungen aufbürden möchte, sondern dass er sich umgekehrt anbietet, mit uns zusammen unsere Lasten zu tragen. Sein Joch wiederum trägt den Namen: „Barmherzigkeit“ – für mich selbst und für andere; dieses möchte er uns mitgeben.

Zum Schluss betrachteten wir ein Bild vom dreistufigen Brunnen aus dem Zisterzienserkloster Maulbronn und tauschten uns über das dazu passende Gebet des Zisterziensermönches Bernhard von Clairvaux (1090-1153) aus:

Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale, nicht als Kanal. Bei einem Kanal ist es so, dass er fast gleichzeitig empfängt und weitergibt. Eine Schale aber wartet, bis sie gefüllt ist, bis sie überfließt. Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter. 

Die Schale ahmt die Quelle nach. Erst wenn sie gesättigt ist, strömt sie zum Fluss. Wir wollen das Gleiche tun: erst anfüllen und dann ausgießen. Die gütige und kluge Liebe ist gewohnt überzuströmen, nicht auszuströmen. Niemand wird reich werden, wenn du dabei leer wirst. Wenn du nämlich mit dir selber schlecht umgehst, für wen bist du dann gut? Wenn du kannst, hilf anderen aus deiner Fülle; wenn nicht, schone dich selbst.“

Die Frauen staunten, wie „modern“ uns dieser Text bis heute erscheint, da er uns daran erinnert, dass wir nur gut für andere sorgen können, wenn wir uns gut um unsere eigene Quelle kümmern.

Der Vormittag endete mit einem Austausch zu den eingangs verteilten Bibelzitaten und mit einem Segensgebet aus dem Weltgebetstagsgottesdienst Nigeria.

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